A 20 soll 2030 im Kreis fertig sein

18.02.2022

Deges-Planer Benedikt Zierke hat beim Unternehmerfrühstück der CDU den Sachstand vorgestellt

Wenn die A 20 kommt, rückt der Kreis Steinburg vom Rand Schleswig-Holsteins quasi ins Herz der Energiewende“, sagt Otto Carstens (oben). Denn der CDU-Landtagskandidat sieht große Möglichkeiten – gerade im Bereich der Logistik. Und bei optimistischer Prognose könnte das schon im Jahr 2030 so weit sein. Diese Nachricht überbrachte Benedikt Zierke (unten) von der Deges beim Unternehmerfrühstück der Mittelstandsunion des Kreises Steinburg.
Der Projektleiter, der neben weiten Teilen der A 20-Planung auch für den Ausbau der A 23 und die Fehmarnbeltquerung mit zuständig ist, berichtete auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Steinburg und Landtagskandidat Otto Carstens über einen „Einblick in den aktuellen Sachstand der A 20 Planung im Bereich Westen“. Gastgeber war Steinbeis Papier.
Laut Zierke könnte bereits im nächsten Jahr mit den bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen werden. Wobei bereits jetzt schon einiges passiere – beispielsweise die komplette Baugrunduntersuchung. Und dabei gehe es zurzeit um den Abschnitt 7 von der A 23 bis nach Glückstadt beziehungsweise zur B 431. Dieser Abschnitt, so erklärte der Deges-Planer, sei relativ unabhängig, da er durch die Anbindungen an Bundesstraße und Autobahn auch ohne die anderen Teilstücke der A20 angebunden sei und vorrangiges Verkehrsrecht habe.
„Durch die vorbereitenden Arbeiten kann sofort mit den Bauarbeiten begonnen werden, sobald Baurecht besteht“, so Zierke. Denn auch Ausgleichsmaßnahmen, die sonst abgeschlossen sein müssen, bevor mit den eigentlichen Arbeiten angefangen werden könne, seien bereits als vorgezogene Ausführung begonnen worden. Der geplante Tunnel unter der Elbe (Abschnitt 8) könne, bei gleichzeitigem Baubeginn, sogar auch gleichzeitig mit dem Teilstück 7 fertig werden. Dort müsse allerdings auf niedersächsischer Seite noch das Baurecht bis zur A 26 geschaffen werden, damit dieses Teilstück auch unabhängig umgesetzt werden könne. „Dann könnten die Steinburger 2030 von der A 23 bis auf die andere Elbseite fahren“, sagte Zierke, der aber immer auch betonte, dass Unwägbarkeiten und Klagen den Zeitplan noch beeinflussen könnten.

Tierische Hindernisse bei A 20-Planung

Insgesamt sei die A 20-Planung eine sehr herausfordernde Aufgabe, gestand Benedikt Zierke. Fledermaus (Abschnitt 3), Haselmaus (Abschnitt 4), Zwergschwan (Abschnitt 5) und nicht zuletzt die Seeadler (Abschnitt 7) hätten die Projektplanung deutlich erschwert. Bei Hohenfelde hätte ein junges Seeadlerpaar in einem rund 15 Meter hohen Horst gebrütet. „Allerdings ohne Erfolg“, wie der Autobahn-Planer zu berichten wusste. CDU-Landtagskandidat Otto Carstens machte deutlich: „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, nicht Haselmaus oder Fledermaus.“
Auf ihre Wünsche an Landtagskandidat Otto Carstens angesprochen, nannten die Unternehmer vorrangig die Fertigstellung der A 20. Auch Ulrich Feuersinger, Geschäftsführer der Steinbeis Papier GmbH, unterstrich die Bedeutung der Ost-West-Trasse für die Logistik von Steinbeis Papier. Allerdings, so stellte Benedikt Zierke klar, sei bei den entscheidenden Weichenstellungen für die Autobahnplanung das Land kaum involviert. „Letztlich hängt alles an einem großen Faden – und das ist das EU-Recht.“

Sönke Rother in der Glückstädter Fortuna vom 17.02.2022